Dufstoffe in der Nahrung

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Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen seit langer Zeit vor einem übermäßigen Konsum von Salz und Zucker: Wer zu viel Salz zu sich nimmt, kann Bluthochdruck und einen gesteigerten Appetit bekommen. Zu viel Zucker kann zu Übergewicht und Diabetes führen. Doch egal wie schädlich zu viel Salz oder Zucker sind – die meisten Verbraucher sind am kräftigen Geschmack ganz einfach gewöhnt.
Darauf will die Lebensmittelindustrie nun eine Antwort geben und ungesunde Lebensmittel gesünder machen. Mithilfe von Erkenntnissen aus der Hirnforschung will man künftig ungesunde, aber schmackhafte Inhaltsstoffe wie Salz und Zucker in unserem Essen reduzieren. Der Einsatz von Duftstoffen, die dem Gehirn ein salziges oder süßes Geschmackserlebnis vortäuschen, soll es möglich machen. Das Ganze sollte in etwa so gelingen: bei dem Verzehr von Chips zum Beispiel könnte ein verlockender Duft zum Einsatz kommen, der einem in die Nase steigt und auf diese Weise das Geschmackszentrum im Gehirn übertölpelt. Dadurch soll das Geschmackszentrum im eigenen Gehirn gar nicht merken, dass das Kartoffelgebäck weniger salzig als zuvor ist. Dabei sollen die Konsumenten den Geschmack von Salz oder Zucker nicht verlieren – und erst recht nicht den Appetit auf salzige oder süße Snacks.
Diese technologiegetriebenen Versuche, Snacks in Zukunft salz- oder zuckerärmer zu gestalten, stoßen aber auch auf heftige Kritik durch Verbraucherschützer und Ernährungsexperten. So warnt die Verbraucherzentrale Hamburg zum Beispiel vor möglichen Nebenwirkungen der Zusatzstoffe. Denn eigentlich ist der Einsatz von Aromen und Geschmacksverstärkern auch heute schon viel zu groß. Noch mehr Kunstgeschmack könnte appetitfördernd wirken. Außerdem könnte salzärmeres Essen mit intensivem Geschmack zu einer höheren Energiezufuhr führen, die sich widerum negativ auf den Gesundheitszustand auswirken kann.
Daher fordern Verbraucherschützer, Obergrenzen für den Salzgehalt in Fertigprodukten festzulegen. Wie die Erfahrung in anderen Länder zeigt, lassen sich solche Produkte beim Kunden auch ohne technologischen Fortschritt durchsetzen.
Schlagwörter: Diabetes, Duftstoffe, Salz, Übergewicht, Zucker